Nach dem Beitritt des AOW zur UPhO GmbH in Michelstadt, September 2024, wird seit
01. Februar 2025 der teilentwässerte Klärschlamm der Kläranlage Mörlenbach zur neuen Recyclinganlage in Michelstadt gefahren, wo er verbrannt und die Asche als Dünger verwendet werden kann. Unerwünschte Bestandteile (Mikroplastik, Medikamentenrückstände, etc.) sollen dabei entfernt werden.
Anlass für den Beitritt war die ab 2029 beginnende, bundesweite Verpflichtung aller Klärschlammerzeuger aus ihrem Klärschlamm das wertvolle Element Phosphor rückzugewinnen.
In den vergangenen Jahrzehnten war der Klärschlamm teilweise in der Landwirtschaft verwendet worden, teilweise wurde er ohne jedes Recycling verbrannt.
Der aktuellen Umstellung waren diverse Beratungen und Entscheidungsprozesse vorangegangen, das Konzept der UPhO GmbH in den Haupt- und Finanzausschüssen der AOW-Verbandskommunen präsentiert und in jeder Sitzung einstimmig beschlossen worden.
Der AOW ist als einer von acht Gesellschaftern an allen laufenden und bevorstehenden Entscheidungen der UPhO GmbH stimmberechtigt beteiligt.
Obwohl die Entwicklung der Klärschlammentsorgungspreise in Deutschland nicht sicher vorhergesehen werden kann, gehen Experten aus Fachkreisen davon aus, dass mit Beginn der Recyclingpflicht ab 2029 nicht genügend Recyclingkapazitäten und Zwischenlagerplätze zur Verfügung stehen dürften. Die erwarteten Entsorgungsengpässe müssten zu deutlich höheren Entsorgungspreisen führen, als sie heute der Fall sind. Die Mehrkosten für Entsorgung mit Recycling oder zugehörige Zwischenlagerungen könnten sich zukünftig auf 60-260 % belaufen.
Quelle: Fachbeitrag Kreislaufwirtschaft, Energie, Klärschlamm – Aktuelle Preise sowie zukünftige Kosten der Klärschlammentsorgung, Autoren: Dipl. Ing. Rainer Könemann, Dipl. Ing. Herbert Hochgürtel, Dipl. Ing. Falko Lehrmann
Um diesem Szenario zu entgehen, nutzte der AOW die vorzeitige, aber auch vorläufig letzte Chance als Gesellschafter der UPhO GmbH beizutreten. Folgende Verbände hatten sich bereits vor vielen Monaten in der UPhO GmbH zusammengeschlossen:
- Abwasserverband Mittlere Mümling
- Abwasserverband Untermain
- Stadtwerke Alzenau
- Stadtwerke Heppenheim
- Abwasserverband Gersprenztal
- Abwasserverband Unterzent
- Abwasserverband Bad König
Die neue Recyclinganlage im Wert von ca. 12 Mio. Euro wurde vom Land Hessen mit über 3,2 Mio. Euro gefördert und ist eine der ersten dieser Art in Deutschland. Im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung konnte Fa. Keil Containerdienst aus Mörlenbach als Transporteur gewonnen werden.